Social Media in der UCC: Das Internet belohnt den „early bird“.

Ralf-Peter Reimann´s „fremder“ Blick aus den USA tut gut. Der „early bird“ fängt den Wurm. Da haben wir in der evangelischen Kirche noch Nachholbedarf.

Ralf-Peter tourt nach seiner Rückkehr demnächst weiter durch die Kirchenkreise der rheinischen Kirche und erzählt über Sinn und Unsinn von Social Media in Kirchengemeinden und Pfarrämtern. Das Interesse ist da – vom early bird kann trotzdem keine Rede sein, wenn ich seine Ausführungen zur UCC lese. Dazu wären ganz andere Massnahmen notwendig. Innovation, Personaleinsatz – und das kostet Geld.

Ich bin gespannt, ob in der Diskussion um das 35%-„Spar“-Ziel der EKiR (die im September richtig losgehen wird) die Fragestellung überhaupt eine Rolle spielen wird: Wo muss sich die evangelische Kirche mehr als bisher engagieren und dafür auch die Mittel bereit stellen? Social Media ist da nur ein Aspekt, es gibt sicher noch mehr zukunftsträchtige „Trends“. Wieviel Prozent wollen wir für Innovation zur Verfügung stellen, für Arbeitsfelder, die noch nicht erschlossen sind oder beackert werden könnten, sollten – vielleicht aus theologischer Perspektive auch müssten?

Das hieße aber im Umkehrschluss, dass im „Bestand“ noch mehr zu „kürzen“ wäre. Wenn diese Frage aber keine Rolle spielt, verabschieden wir uns auf lange Zeit von der Chance, hier und da den Wurm einmal fangen zu können.

Θ TheoNet.de

63.684 Facebook-Usern gefällt die United Church of Christ (UCC) ,  zurzeit “sprechen”  4.348 über die UCC  und  710 Menschen haben online im Church House der UCC eingecheckt.  Nur zum Vergleich, die Facebook-Kennzahlen anderer Mainline Protestant Churches.

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6 Gedanken zu “Social Media in der UCC: Das Internet belohnt den „early bird“.

  1. Ich kann da nur voll zustimmen. Natürlich muss gespart werden, aber zugleich muss auch unbedingt in bestimmte (vielleicht auch neue) Arbeitsfelder deutlich mehr Geld fließen. Und du sagst es: denn muss aber am Bestand noch mehr gespart werden – das ist ja genau die Crux. Die spannende Frage ist dann doch: Wie setzt man die nötigen Prioritäten? Also nicht wo (das wäre dann ja das Ergebnis), sondern wie? Mit welchem Verfahren? Ob Basisdemokratie der richtige Weg ist? Ich befürchte nein. Denn dann setzen sich nur die bereits bestehenden Interessen durch – und es wird immer zu einem (eher uninnovativen) Mainstream kommen (weil Pointiertes in Abstimmungsverfahren zwangsläufig weggeschliffen wird). Aber was/wer stattdessen? Die Mittelebene (Superintenden), die für mich bei der strategischen Entwicklung von Kirche die entscheidende ist? Die Kirchenleitung? Eingekaufte Consultants? Eine Expertenkommission? Wirklich schwieirig…

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  2. Gute Frage(n…

    Ich glaube, es ginge nur, wenn von vornherein festgelegt würde (von der Landessynode): x Prozent oder x Stellen für Innovation. Das ist eine Prioritätenentscheidung. Dann dürfen diese Stellen nur befristet sein, drei oder vier Jahre – denn danach gibt es ja wieder neue innovative Herausforderungen. Und drittens müsste in den sowieso weiter fortschreitenden permanenten Umstrukturierungsprozess die Prüfung fest implementiert werden, ob ggf. eine von den bis dahin innovativen Aufgaben längerfristig fortgeführt werden sollen – und dafür an anderer Stelle „gespart“ werden muss.

    Innovation muss also dauerhaft ins System eingebaut werden, als eine zentrale Aufgabe unserer Kirche wie Diakonie, Bildung Polizeiseelsorge oder was auch immer. Sonst wird das nichts.

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  3. „Innovation muss also dauerhaft ins System eingebaut werden“ – ist das nicht ein Widerspruch in sich? 😉 Aber mal im Ernst: Innovation zu definieren ist nicht leicht (entweder ist es total banal, oder es ist unglaublich schwierig, wirklich gute Kriterien für „innovativ“ zu finden). Später mehr, jetzt ruft gerade die Sonntagsnachmittagsausflugspflicht!

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  4. Ich formuliere hier mal stichpunktartig einige Gedanken, angeregt durch deinen Beitrag, eher assoziativ.

    — Innovation:
    Innovation ist superwichtig, klar. Sobald man aber anfängt, innovative Praxis fördern zu wollen, gibt es ein paar Probleme: Auf einmal ist alles innovativ. Denn wenn ich sage, A ist innovativ, hört B, dass er anscheinend nicht innovativ sei und ist beleidigt. Und weil Kirche auf Konsens angelegt ist, wird dann auch noch schnell B etwas Innovatives bescheingt. Darüber hinaus bin ich davon überzeugt, dass man Innovation nicht „machen“ kann. Dies gilt zum Beispiel auch für Kreativität. Ich kann ja nicht sagen: „So, jetzt sei mal schön kreativ, aber zackzack!“ Genauso ist es bei Innovation. Wirklich Innovatives widersetzt sich dem Geplanten (der „Plan“ ist ja auch eher ein Instrument der Behörde). Was man aber machen kann: Innovationskultur/-freude fördern (auch hier ist wieder die Parallele zur Kreativität). Innovation hat immer auch mit Risiko zu tun – Innovationskultur bestände demnach darin, dass man Menschen, die innovativ sein wollen/können, das Risiko (völlig) zu scheitern (etwas) abnimmt. Eine weitere Möglichkeit wäre es, in Kirche stärker einen Unternehmer-Geist zu fördern (ich will NICHT aus Kirche ein Unternehmen machen, das ist etwas anderes!), also unternehmerisches Denken („entrepreneurship“) fördern. Ein gutes Beispiel ist dafür (an manchen Stellen) die Diakonie: Sie hat sich in bestimmten Bereichen unternehmerisch aufgestellt (sich von der Institution Kirche gelöst) und wurde so (nur so!) innovativ.

    — Theologie:
    Du erwähnst, dass man auch aus theologischen Gründen bestimmte Aufgaben stärker angehen sollte. Damit bin ich auch sofort einverstanden. Aber auch hier gibt es wieder ein Problem: Du wirst keinen (!) Bereich (Aktivität, Arbeitsfeld etc.) in der Kirche finden (ob alt oder erst neu zu gründen), der sich nicht theologisch begründen lässt. Egal welches Arbeitsfeld, ein theologisches Argument findet sich immer. Viel spannender ist aber doch die umgekehrte Argumentationsfigur: Sucht doch mal (als Kirche) gute theologische (!) Argumente, etwas nicht zu machen bzw. einzustellen! Also theologisch begründete + verantwortete Abbruchkriterien (und by the way: das wäre wirklich mal was Innovatives 🙂 )

    — Verfahren:
    Wie kommt man zu guten Ergebnissen? Es muss gespart werden, klar. Aber die gängigen Prinzipien führen m.E. nicht sehr weit: Konsensverfahren >> rundgelutschter Mainstream. Institutionelle Mitbestimmungsmechanismen (Landessynode usw. etc.) >> letztlich bilden sich immer wieder die bestehenden Interessen ab. Basisdemokratie >> hier fehlt es oft an so etwas wie strategischem Weitblick. Ich fand das folgende Interview in der brandeins ganz spannend: http://www.brandeins.de/archiv/2012/zweite-chance/freier-radikaler.html; siehe auch hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Crossbencher

    Soweit. Alles loses Stückwerk 😉
    Guten Abend + gute Nacht! Martin…

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