Welche Kontraste – Mein Fazit der Studienreise nach Thessaloniki

Gestern morgen trafen wir uns zum Abschluss noch mit Filippos Polatsidis und weiteren Mitstreiter*innen der Selbsthilfeorganisation Pervolarides, „Die Gärtner“. Elisabeth Voss hat just im Juni auf der Seite contraste.org die Initiative ausführlich vorgestellt: Fisch und Oliven und mehr. Dieser Artikel beschreibt sehr gut das Engagement, ich beschränke mich daher darauf, mein Fazit ausgehend von diesem Beispiel zu beschreiben.

Zwei Ziele habe ich mit dieser Studienreise verbunden:
– einen Einblick in das konkrete Leben von Griech*innen in der Finanzkrise gewinnen und
– die Möglichkeiten auszuloten, mit einzelnen Initiativen dauerhaft und wechselseitig in Kontakt zu treten.
Beide Ziele wurden erreicht.

Es war die dritte Reise nach Thessaloniki, die der KDA Duisburg nach 2015 und 2017 organisiert hat. 2015 war ich dabei, einige aus der Reisegruppe auch 2017. So gab es Begegnungen mit Menschen und Initiativen, die wir zum zweiten oder dritten Mal trafen. Neben den exemplarischen Tiefenbohrungen zeigen sich so auch Entwicklungen.

Gerade unser letztes Gespräch mit Filippos und seinen Mitstreiter*innen hat mir gezeigt, wie wichtig und wertvoll der direkte Kontakt, das Gespräch vor Ort ist. Es entwickelte sich ein intensiver Austausch über die unterschiedlichen Mentalitäten zwischen Deutschen und Griechen, die sich in den unterschiedlichen Kulturen niederschlagen. Begriffe wie Solidarität, Selbsthilfe, Kooperation oder auch – Scham werden unterschiedlich gehört und verstanden. Da gab es einige Aha-Erlebnisse, auf beiden Seiten. Es war ein Austausch in großer Fröhlichkeit und mit gegenseitigem Respekt, trotz der schmerzhaften Themen, die auf den Tisch kamen.

Die direkte, analoge Begegnung ist für mich auch die Voraussetzung, dass sich ggf. dauerhafte Beziehungen ergeben. Skypen, telefonieren, mailen, das ist alles möglich und auch gewünscht, aber wenn wir schon einmal gesehen haben, macht das einen Riesenunterschied. So besteht nun auch die Möglichkeit über längerfristige und intensivere Kontakte und Vernetzung ganz anders in Hannover nachzudenken. Das Interesse daran war bei allen (!) Initiativen vorhanden.

Ein nächster Schritt ist bereits geplant: Übermorgen treffen Ricarda Rabe und ich eine Frau im Cafe, die uns den Kontakt zu O Topos Mou vermittelt hat. Wir werden die Reise mit ihr reflektieren und gemeinsam überlegen, wie nächste Schritte aussehen könnten. Denn klar ist: es soll nicht die letzte Reise nach Thessaloniki gewesen sein, zu wertvoll sind die Einblicke – und der Spiegel, der mir/uns in der Begegnung vorgehalten wird.

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