Sächsische Verhältnisse

Bis vor ein paar Wochen hätte ich mir nicht vorstellen können, dass ich mir bei meinen Laufrunden regelmäßig einen Podcast herunterlade und anhöre. Doch dann kamen zwei Dinge zusammen:

Zuerst war ich auf einer Radtour an der Elbe zuerst in Dresden, an einem Montagabend und geriet unverhofft in eine Pegida-Demonstration. Die löste bei mir eine Mischung aus Betroffenheit, Nachdenklichkeit und, ja, auch von überraschter Verwirrung aus. Das war eine mir doch fremde Welt, Kultur und Sprache, die mir da entgegen kam…

Dann lernte ich auf dem Barcamp Kirche online in Köln Jan Witza kennen, in einer Session, in der es um die Frage ging, wie „Kirche“ „kampagnenfähig“ wurde. Am Rand erzählte Jan von seinem Podcast „Sächsische Verhältnisse“ und ich wurde neugierig.

Mittlerweile habe ich einige der Gespräche bei meinen Laufrunden gehört und habe schon viel gelernt über das Denken und Fühlen, aber aber auch über die geschichtlichen Kontexte im Freistaat Sachsen.

Gestern Abend zB habe ich den allerersten Podcast mit Frank Richter gehört.  Frank Richter ist zuletzt über Sachsen hinaus als haarscharf gescheiterter Bewerber bei der OB-Wahl in Meißen in den Medien präsent gewesen, zur Zeit des Podcasts war er noch Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche. Hochaktuell, sein Verständnis von Dialog, auch mit den Menschen, die bei Pegida mitlaufen. Ungewöhnlich, aber nachvollziehbar seine Sicht auf Gott, Religion und Kirche in den „sächsischen Verhältnissen“. Einprägsam seine Interpretation der Geschichte der Frauenkirche zwischen Gründonnerstag und Ostermorgen (auf die Idee muss man erst mal kommen).

Jan Witza gelingt es immer wieder, eine entspannte Gesprächsatmosphäre zu schaffen, die getragen ist von Respekt und Wertschätzung gegenüber der Person, mit der er gerade spricht und die sich dann öffnet und vielleicht mehr zu erkennen gibt, als sie eigentlich möchte.

Diesen Eindruck hatte ich vor allem bei der Folge, in der er mit Frauke Petry spricht: anfangs spüre ich da schon Vorsicht und Zurückhaltung, dann entspannt sie sich und wird lockerer und gibt Einblicke in ihre Gedankenwelt und ihren biografischen Weg. Ich fand das sehr aufschlussreich und Frauke Petry fast schon ein wenig sympathisch (auf jeden Fall sehr klar und engagiert in der Sache und differenzierter, als sie sonst in den Medien zitiert wird bzw. zu Wort kommt). Und in dieser Atmosphäre ist dann doch hier und da zwischen den Zeilen zu hören, dass sie zB im Blick auf die Integration von Menschen anderer Herkunft schon Positionen vertritt, die ich nicht teile.

Unter allen Podcast-Folgen finden sich Links zu weiterführenden und vertiefenden Informationen. Insgesamt eine klare HÖR-Empfehlung, die „Sächsischen Verhältnisse“. Ich freue mich auf die nächsten Laufrunden!

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