Blogstöckchen: Fünf Fragen

Antje Schrupp hat mir ein Blogstöckchen zugeworfen. Nun bin ich nicht der Freund von Kettenbriefen, aber die Fragen finde ich interessant. Ich beantworte sie – behalte aber das Stöckchen in der Hand und werfe es nicht weiter 😉

1. Stell dir vor, du kommst von einem fremden Planeten auf die Erde und müsstest dir eine Religion aussuchen – welche wäre das (außer deiner eigenen, das gilt nicht)?

Ich würde Buddhist.

2. Dein Lieblingsbuch aus der Bibel?

Über viele Jahre war mir der Brief von Paulus an die Gemeinden in Galatien am liebsten. Mittlerweile verändert sich das und so eindeutig kann ich das nicht mehr sagen. Ist so eine Mischung aus Evangelium nach Markus, Psalter und Jesaja.

3. Gebrauchst du im Gespräch mit nicht-gläubigen Menschen das Wort “Gott” und wenn ja, wie sind die Reaktionen?

Als Pfarrer: Ja, klar. Ich spreche aber »begleitend« oder »erklärend« meist von einer Macht, die uns umfängt und durchdringt, von einer Geistkraft o.ä. Da ich meist meinen Beruf nicht verschweige, gibt es nur sehr selten Gespräche, in denen »Gott« vorkommen könnte, ohne das mein Gegenüber weiß, welchen Beruf ich habe. Ich kann mich momentan an keine Situation erinnern. Reaktionen? Von: Das ist aber interessant! bis: Naja, Sie müssen das ja als Pfarrer sagen!

4. Gibt es derzeit eine Renaissance der Religion oder nicht?

Ich weiß nicht. Eigentlich nicht, nein. Ich glaube eher, dass religiöses Empfinden sich ständig verändert.

5. Was bedeutet für dich Frommsein?

Dorothee Sölle hat mal davon gesprochen, dass für sie das Lesen der Tageszeitung ihr Morgengebet ist. Das gefällt mir. Dietrich Bonhoeffer hat eine ähnliche, dem Diesseits zugewandte Haltung beschrieben, wenn er schreibt, dass er in der »Fülle der Aufgaben, Fragen, Erfolge und Mißerfolge, Erfahrungen und Ratlosigkeit leben« möchte und sich so Gott in die Arme wirft, »dann nimmt man (…) die Leiden Gottes in der Welt ernst, dann wacht man mit Christus in Gethsemane, und ich denke, das ist Glaube, das ist metanoia (Umkehr, Buße), und so wird man ein Mensch, ein Christ.« (Widerstand und Ergebung, Brief vom 21. Juli 1944)

Ein Gedanke zu “Blogstöckchen: Fünf Fragen

  1. zu 1 vermutlich das judentum.
    zu 2 1.Mosen
    zu 3 ich gebrauche in gesprächen bei menschen durchaus das wort gott. eine vielzahl von arbeitskollegen kenne mich mit meinem büchertisch in der münchner fußgängerzone. in der fußgängerzone am büchertisch bedanken sich die meisten leute für das gespräch über gott bei mir. ich erlebe sehr wenig negaitve reaktionen
    zu 4 ja es gibt eine renaissance der religionen. das geht von rechten ansichten bis linkes gedankengut. neu für mich am büchertisch sind die neuen nachbarn salafisten.
    zu 5 hier zitiere herman bezzel der gesagt hat „Fromm sein heißt: an Gott genug haben“ „Frömmigkeit ist der Entschluss, die Abhängigkeit von Gott als Glück zu bezeichnen.“

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