Wir sind dran!

Evangelische Kirche hat auf den gestrigen globalen Klimastreiktag fridaysforfuture sehr unterschiedlich reagiert.

Es gab Landeskirchen und ihre obersten Vertreter/innen, die sich öffentlich solidarisch erklärt haben. Es gab Gemeinden, Kirchenkreise, evangelische Schulen, die offen zur Teilnahme an den Kundgebungen aufgefordert haben. Es gab Kirchenleitungen, die sich öffentlich nicht geäußert haben, weil sie der Meinung waren, dass es richtig und wichtig ist, dass die jungen Menschen hier ihr Ding machen und alles vermieden werden sollte, was auch nur entfernt nach Vereinnahmung aussieht.

Ich habe für alle Positionen Sympathien, letztere finde ich aber aus einem besonderen Grund besonders bedenkenswert:
Stelle ich mich öffentlich weder auf die Seite der Schüler/innen noch zum Beispiel an die Seite der Rentner/innen (Ulrich Kasparick: Für unsere Enkel oder auch die Omas gegen rechts), dann stehe ich vor der Frage: Wo stehst du eigentlich?

Und in der Tat, in der letzten Woche schossen verschiedenste Initiativen wie Pilze aus dem Boden. Äußerer Anlass war vermutlich, dass die Schüler/innen für den 15. März ausdrücklich uns Erwachsene eingeladen hatten, zu den Veranstaltungen zu kommen. Aber ich glaube, der Impuls, der von Greta auf die Schüler/innen übergesprungen ist, kommt nun auch bei uns Erwachsenen an. Öffentlich ist besonders #scientists4future wahrgenommen worden, aber es gab auch #parentsforfuture, #grandparentsforfuture – und mein Kollege Heiko Kuschel hat den Hashtag #churchforfuture ins Spiel gebracht.

Gleichzeitig aber haben die jungen Leute immer wieder betont: Solidarität ist schön und gut, doch besser ist es, wenn ihr euch selbst fragt, was ihr tun könnt. Ihr seid dran! – so lautete eine Parole.

Stimmt.
Wir sind dran.
Auch in der Kirche.

Und da will auf einen Text aufmerksam machen, der in der ganzen Berichterstattung auch von kirchlichen Personen und Medien – so weit ich sehe – keine Rolle gespielt hat. Im letzten Herbst hat Kammer für nachhaltige Entwicklung der EKD die Denkschrift: „Geliehen ist der Stern, auf dem wir leben“ veröffentlicht.
Eine Denkschrift, die sich ausdrücklich nicht (nur) an die Zivilgesellschaft und die Politik richtet, sondern an die Kirche(n) selbst:

„Die Weltgemeinschaft steht vor großen Herausforderungen. Für die Transformation zu einer zukunftsfähigen Entwicklung (…) müssen alle gesellschaftlichen Gruppen ihren Beitrag leisten: Politik und Wirtschaft, Gesellschaft und Familie. (…) Auch wir sind gefragt, an unserer Stelle Verantwortung zu übernehmen. „Wir“, das ist in diesem Fall die Kirche mit ihren Gemeinden sowie kirchlichen und diakonischen Einrichtungen. Wir können und müssen mehr tun. Vom biblischen Auftrag kommt uns die besondere Verantwortung zu, Mahner, Mittler und Motor für eine nachhaltige Entwicklung im Dienst der Bewahrung der Schöpfung zu sein und für diese Aufgabe zu werben.“

Das wird dann an der Agenda 2030 durchbuchstabiert und auf verschiedene Handlungsfelder hin konkret entfaltet, immer auch unter der Fragestellung, wie der konkrete Beitrag der Kirche(n) dazu aussehen kann.

Wenn wir als Kirche also fragen: Was können wir tun?, dann lautet die Antwort: Hier finden sich Ansatzpunkte genug.

P.S. In Hannover planen wir derzeit eine größere Veranstaltung zu der Denkschrift, die im September stattfinden wird.

P.P.S. Dieser Text ist eine Fortsetzung meiner Gedanken, die ich letzten Sonntag unter dieser Überschrift gebloggt habe: Zwischen #fridaysforfuture und #fuerunsererenkel

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