Ich war Thaddäus. Bei #mahlganzanders.

Ich war Thaddäus.
Nicht ganz freiwillig, denn wir haben die Rollen ausgelost.
Auf Facebook hatte ich den Aufruf gelesen:
#mahlganzanders sucht noch Mitspieler/innen!
Für Gründonnerstag in Hannover.
Gelesen, gemeldet, dabei.
So schnell wird man(n) Teil eines berühmten Gemäldes.

Probe am Vorabend in der Kreuzkirche

Fünf Stunden Probe am Mittwochabend und Donnerstag früh.
Es war nicht ganz einfach in Thaddäus zu schlüpfen.
Unklar ist bis heute, ob es ihn wirklich gab.
Oder ob verschiedene Personen in ihm verschmolzen sind.
Er ist und bleibt unscharf.
Sitzt bei Leonardo auch weit außen.

Matthäus, Thaddäus, Simon Zelotes

Zehn Mal haben wir unsere Inszenierung gespielt.
Vor dem Hauptbahnhof unter dem Schwanz vom Ernst August.
Mit großem Presserummel.
Vor Marktkirche und Kröpkeuhr.
Vor der Oper und Karstadt.
Bei Regen und Sonne.

Tischdecken bei #mahlganzanders

Besonders unter die Haut ging es in der Passage unterhalb vom Kröpke.
Eng und dunkel, die Passant/innen müssen rechts und links an uns vorbei.
So dicht, ja beklemmend war die Atmosphäre für mich an keiner anderen Stelle.
Dieses großartige Foto von Thomas Hirsch-Hüffell spiegelt die Emotion.

#mahlganzanders unter dem Kröpke

Zuletzt spielten wir in der Kreuzkirche beim Tischabendmahl.
Da war die Intensität eine andere.
Der Rahmen liturgisch geprägt.
Die Zuschauer*innen ganz anders eingestimmt.


Video von der letzten Aufführung in der Kreuzkirche

Der NDR hat einen Beitrag gesendet, kurz vor 20 Uhr.
Dort wird erwähnt, dass viele Muslim/innen stehen blieben und sich positiv äußern:
„Finden wir gut, dass ihr mal was von eurer Religion zeigt, das interessiert uns auch!“
Stimmt schon, wir verstecken uns gerne hinter unseren Mauern.
Überlassen die Straße lieber Sektierer/innen.
Uns auf dem Markt der Möglichkeiten und Meinungen zu bewegen ist uns nicht (so) vertraut.

Filmbeitrag von „Hallo Niedersachsen“

„Kirche aus dem Häuschen“, so wird Frank Muchlinski auf NDR zitiert.
Genauso.
Hat Spaß gemacht.
Großen Spaß.
Und nachdenklich.
Die Bilder gehen mir noch nach.
Die fotografierten Bilder.
Und die Bilder vor meinem inneren Auge.
Sie verfolgen mich.
In die Nacht, da er verraten ward.
In den Karfreitag.

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