Mit dem, was ich wirklich, wirklich will zur Rettung der Welt beitragen

Mit dem, was ich wirklich, wirklich will zur Rettung der Welt beitragen

Ein Essay über ureigenste Motivationen und den Sinn plakativer Rede

Finden Sie das in Ordnung?

Der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber stellt seit Jahren bei Veranstaltungen drei Fragen: 1. Glauben Sie, dass es Ihnen heute besser geht als damals Ihren Großeltern? 2. Glauben Sie dass, es Ihren Enkeln einmal besser gehen wird als Ihnen heute? 3. Finden Sie das in Ordnung? Die Antworten liegen für ihn auf der Hand: Wer mit offenen Augen durchs Leben geht, weiß, dass sich das Menschheitsprojekt in die falsche Richtung bewegt. Aber dies gelangt nur selten und eher zufällig ins Bewusstsein „und wird von den Kräften des Jetzt rasch wieder in die Tiefe gedrückt. Noch.“ (547)

Noch, genau. Denn offenbar ändert sich gerade etwas. Auf dem 1. CSR-Kommunikationskongress im November in Osnabrück sprach ein Referent davon, dass vermehrt Kund/-innen von Unternehmen wissen wollen, was diese zur „Rettung der Welt“ beitragen. Das Vertrauen ins Unternehmen und dessen Produkte steige, wenn der entsprechende Beitrag sachlich verbunden ist mit dem Produkt. Immer mehr Frauen und Männer erwarten also, dass Unternehmen etwas zur „Rettung der Welt“ beitragen. Das ist nur ein Hinweis darauf, dass Fragen von Nachhaltigkeit zunehmend Eingang in den Mainstream der Ökonomie finden. Noch lange nicht genug, aber immerhin.

Die Lücke im „wirklich, wirklich wollen“

„Es gibt kaum etwas, was den Menschen zufriedener macht als eine Arbeit, die er wirklich, wirklich will“ – so lautet die Kernthese von Frithjof Bergmann. Seit meine Frau und ich ihn auf dem Kirchentag 2007 kennen lernen ist (nicht nur) unsere Erfahrung: Viele Frauen und Männer, denen diese Frage gestellt wird, antworten überrascht: „Das hat mich ja noch keine/r gefragt!“ Ein erschreckender Befund, stellt sich hier doch die Frage nach den tiefen inneren Motivationen in unserem Arbeiten.

Bergmann vergleicht den gegenwärtigen Lohnkapitalismus mit einem dem Abgrund entgegen rasenden Zuges, aus dem niemand aussteigen kann. Die hier vorherrschende entfremdete Arbeit macht viele unglücklich, weil ihre Tätigkeiten nicht mit ihrer inneren Motivation übereinstimmen. Mit der Frage nach Arbeit, die ich „wirklich, wirklich will“, hat Bergmann eine einfache und eingängige Formel gefunden, die auch als „Mantra der Neuen Arbeit“ bezeichnet wird.

Allerdings kann Bergmann nur in Ansätzen deutlich machen, wie der Bruch mit dem Lohnkapitalismus praktisch vollzogen werden kann. Bildlich gesprochen: Der Ausstieg (aus dem Zug) ist so ohne weiteres nicht möglich. Wer in den Industriestaaten lebt, ist verpflichtet, durch Arbeit, Steuern und Beiträge zum Gestaltung des staatlichen Gemeinwesen beizutragen. Ein Leben ohne Geld ist nur bedingt realisierbar, spätestens im Krankheitsfall zeigt sich die unaufhebbare Verbindung mit dem Sozialsystem. Dennoch ist die Frage nach der ureigensten Motivation, nach dem, was ich „wirklich, wirklich tun will“, ein wichtiger Impuls für viele Frauen und Männer, ihre Arbeit zu überdenken und zu verändern. Es macht Sinn zu fragen, welche Tätigkeiten sind zentral für mein Wesen? Was muss ich tun können, damit ich zufrieden bin? Und wie kann das konkret aussehen im System des entfesselten Kapitalismus?

Es kommt im Horizont der eingangs beschriebenen Beobachtung ein weiterer Schritt hinzu: Ich will nicht nur „einfach“ etwas tun, das mir entspricht, ich will auch wissen, in welcher Weise meine Arbeit zum guten Leben (aller) beiträgt. Hier erkenne ich eine Lücke im Ansatz von Bergmann, denn er fragt nicht so konsequent nach dem Woraufhin einer mit mir übereinstimmenden Arbeit. Vermutlich würde er antworten: Das ergibt sich von selbst aus dem Prozess, wenn ich nach meinen ureigensten Motivationen frage. Ich bin dagegen der Meinung, dass es Kriterien für gute Arbeit und gutes Leben braucht. Gute Arbeit (die ich „wirklich, wirklich will“) ist nicht zwingend ein Beitrag zum guten Leben (aller). Gute Arbeit bedeutet nicht zugleich gutes Wirtschaften. Mag sein, dass mich das Entwickeln von Waffen fasziniert und zufrieden stellt, ich bezweifle trotzdem, dass diese „gute“ Arbeit zum guten Leben aller beiträgt.

Die Rettung der Welt als mögliche Zukunft

Die Stimmen mehren sich, dass die Menschheit mit ihrer heutigen Wirtschaftsweise dabei ist, diese Welt in weiten Teilen für Frauen, Männer und Kinder unbewohnbar zu machen. Auch hier passt das Bild von einem Zug, der dem Abgrund entgegen rast und aus dem niemand aussteigen kann. Eine Neuausrichtung ist allerdings (noch) möglich, das zeigt Schellnhuber in seinem in jeder Hinsicht schwergewichtigen Werk auf. Die vielfachen Aktivitäten um den Klimagipfel in Paris im Dezember 2015 haben diese doppelte Einsicht weiter verbreitet. Es bleibt zu hoffen, dass von dort aus langfristige Impulse zur „Rettung der Welt“ ausgehen und die Prioritäten in nächster Zeit richtig gesetzt werden. Ein Erfolg ist keineswegs sicher, ganz im Gegenteil. Den Kopf in den Sand zu stecken ist für viele allerdings nicht vorstellbar. Es widerspricht ihren Werten und Überzeugungen, oft auch ihren religiösen Grundeinstellungen. So fragen sie: Wie kann mein Beitrag zur „Rettung der Welt“ aussehen, angesichts einer unendlichen Fülle von Herausforderungen und Lösungsansätzen, die sich an etlichen Stellen auch widersprechen und/oder nicht kompatibel sind? Wie wähle ich aus, wo ich mich engagieren will?
Harald Welzer setzt hier auf Szenarien, die auf Vorerinnerungen beruhen. Dies sind mentale Vorgriffe auf die Zukunft und spielen als Orientierungsmittel für die Ausrichtung von Entscheidungen und Handlungen in der Gegenwart eine wichtige Rolle. Denn „jeder Entwurf, jeder Plan, jede Projektion, jedes Modell enthält einen Vorgriff auf einen Zustand, der in der Zukunft vergangen sein wird. Und genau aus diesem Vorentwurf eines künftigen Zustands speisen sich Motive und Energien.“ (136f.) Aus meinen/unseren Vorerinnerungen ergeben sich Ziele und Schritte.

Das Bild von der „Rettung der Welt“ denkt also Motivation vom Ziel her, vom guten Leben in einer Zukunft, welche die Herausforderungen der Gegenwart gemeistert hat. Das „Wirklich, wirklich wollen“ fragt hingegen nach meinen Motivation aus mir und meiner Geschichte heraus. Beides zusammen führt mich heraus aus der Position des Kaninchens vor der Schlange. Mit dem, was ich „wirklich, wirklich will“, kann ich zur „Rettung der Welt“ beitragen. Ganz einfach. Oder doch zu plakativ?

Vom Sinn des Plakativen

Franz-Josef Radermacher hat einmal geschrieben, dass es den Marktfundamentalisten gelungen ist, ihre Position über manipulierte Bilder tief in unseren Gehirnen zu verankern. Es gilt daher Gegenbilder zu finden, die anschaulich, eingängig, offen und anschlussfähig, kurz: plakativ sind. Das Bild von der „Rettung der Welt“ erfüllt diese Kriterien. Finde ich hier über meine Vorerinnerungen für mich Antworten, motiviert mich dies im Blick auf das große Ziel, das sich in viele tausend Einzelschritte entfalten lässt. Vielleicht erkenne ich, welche Zwänge ich akzeptieren muss, aber auch, wo sich Handlungsalternativen für mich ergeben und das ist entscheidend. Mag sein, dass es hier zwischen der Vielzahl von Personen und Ansätzen zu Widersprüchen kommt und kommen muss, aber ich stimme Schellnhubers Auffassung zu, dass wir uns in diesem Jahrhundert so oder so durchwursteln müssen, der große politische Wurf wird nicht gelingen können angesichts der disparaten Erscheinung der Welt. Hier ist jeder Schritt nach vorn ein Schritt heraus aus Angst und Lähmung, eröffnet Zukunft, macht Hoffnung. Reboundeffekte und andere Widersprüche sind dabei unvermeidlich, aber immer noch besser als auf dem Weg der Aufheizung und Vergiftung unseres Planeten „einfach so“ weiter zu machen.

Aber klingt „Rettung der Welt“ nicht zu negativ und demotiviert daher eher? Oder zu dramatisch und löst eher Abwehr und Spott aus? Oder zu groß und überfordernd? Mag alles sein, aber wer so argumentiert und das Plakative wie ich grundsätzlich für hilfreich und sinnvoll hält, muss dann andere Vorschläge machen. Klimawandel, Nachhaltigkeit, Transformation – alles richtig, aber nicht eingängig. Der von französischen Intellektuellen (neu) ins Spiel gebrachte Begriff „Konvivialismus“ trifft es zwar thematisch und ist positiv besetzt, er ist aber ebenfalls nicht eingängig und ohne Erklärung unverständlich. Das „gute Leben aller“ ist zu allgemein und enthält keinerlei Dringlichkeit. Bei Abwägung der Für und Wider bleibe ich (zunächst) bei der „Rettung der Welt“ als Zielvorgabe und Rahmen.

Natürlich, die Frage nach dem „wirklich, wirklich wollen“ gerät schnell ins Fahrwasser esoterischer Strömungen. Und „Rettung der Welt“ klingt leicht moralisch oder überheblich weltfern. Aber das Plakative ist immer auch missverständlich und dennoch hilfreich. Wenn ich weiß, was ich „wirklich, wirklich will“ und wohin ich „wirklich, wirklich will“, schafft dies Klarheit in meinem Auftreten, ermöglicht Transparenz und zieht Vertrauen nach sich.

Zwischen Angst und Aufbruch

Meine These lautet daher: Die Frage nach meinem Beitrag zur „Rettung der Welt“ kann ähnlich faszinierend und motivierend sein wie die Frage, was ich „wirklich, wirklich“ tun will. Allerdings lösen beide Fragen häufig auch Widerstände aus und/oder konfrontieren mich mit eigenen Ängsten. Diesen muss ich ins Angesicht schauen, sonst wirken sie im Untergrund und halten mich in mir selbst gefangen.

Kari Norgaard ist der Frage nachgegangen, warum so viele Menschen den Klimawandel nicht wahrhaben wollen: „Menschen haben erstens Angst um die Welt und ihre Zukunft. Zweitens haben sie Schuldgefühle, weil sie wissen, dass unsere hohe Lebensqualität, die auf dem Einsatz fossiler Brennstoffe basiert, direkt mit dem Problem verbunden ist. Dazu kommt ein Gefühl der Hilflosigkeit, weil das Problem so riesig erscheint und die Politik nicht reagiert.“ Aber es kommt noch dicker: Naomi Klein beschreibt ihre Erfahrung bei der Recherche für ihr Buch über Klima versus Kapitalismus und kommt zu der Einsicht, dass die Angst nicht mehr weichen wird: „Sie ist die vollkommen rationale Reaktion auf die unerträgliche Tatsache, dass wir in einer untergehenden Welt leben (…) zu deren Tod viele von uns beitragen, indem sie Dinge tun wie Tee kochen und zum Lebensmittelmarkt fahren.“ (42) Diese Einsicht steckt aus meiner Sicht hinter dem Verstummen auf Schellnhubers Frage: Finden Sie das in Ordnung?

Auch die Suche nach einer Antwort auf die Frage, was ich „wirklich, wirklich will“, ist riskant. Um dies herauszufinden, muss ich mich mit mir befassen. Es ist keineswegs einfach, hier eine Antwort zu finden, das sagt auch Bergmann selbst. Meine Frau hat mittlerweile dazu das „Wesenskernspiel“ entwickelt. Es hilft Frauen und Männern in spielerischer Weise im Durchgang durch die je eigene Biografie diese Frage in Übereinstimmung mit den eigenen Motivationen, Fähigkeiten und Interessen zu beantworten. Daraus ergeben sich oft überraschende und/oder inspirierende Einsichten. Andere Methoden kommen zu ähnlichen Ergebnissen, das „Mantra der Neuen Arbeit“ wirkt dabei häufig wie ein Antreiber. Frauen und Männer erhalten eine Ahnung oder gar Gewissheit darüber, was sie wirklich tun wollen. Und setzen es zufrieden und motiviert um. Allerdings kann die Frage nach den ureigensten Motivationen auch Unsicherheit auslösen. Eventuell offenbart sich mir die unbequeme Einsicht in meine eigene Geschichte, dass ich viel zu lange getan habe, was andere von mir wollten oder für mich richtig hielten. Vielleicht werde ich konfrontiert mit meiner Angst vor Veränderungen, Widerstand und Ablehnung. Oder ich erkenne, dass ich als Frau oder Mann in einer Industrienation viel zu verlieren habe, wenn ich mich darauf einlasse, das zu tun, was ich „wirklich, wirklich will“. Sicherheit ist ein hoher Wert und ein starkes Motiv. Der positive Effekt – ich finde heraus, was mich wirklich antreibt – beinhaltet häufig, der eigenen Angst ins Gesicht schauen. Gleiches gilt – und noch verstärkt, weil die Faktoren viel weniger von mir selbst beeinflusst oder gar bearbeitet werden können – für den Zustand der Welt, die es gilt, zu retten: Die schiere Größe der Aufgabe(n) lässt mich erzittern. Dennoch lohnt es sich ungemein, Antworten auf die Frage zu bekommen, was ich „wirklich, wirklich tun will“ und in welcher Weise dies ein Beitrag zur „Rettung der Welt“ darstellt.

Denn das „Wirklich, wirklich wollen“ zielt darauf, die tiefen Motivationen im Blick auf meine Fähigkeiten, Interessen, Erfahrungen zu finden. Die Frage nach der „Rettung der Welt“ macht mir hingegen deutlich, welche Vision (Vorerinnerung) ich vom guten Leben, Arbeiten und Wirtschaften aller habe. Antworten auf beide Fragen müssen sich in konkrete Handlungsschritte übersetzen lassen – aber sie zeigen die Richtung an und sind entlastend, oft ernüchternd und zugleich realistisch, denn ich kann nur an meiner Stelle etwas tun. Und es hilft, das Konglomerat von Schuldgefühlen und Ängsten aufzurollen, dass mich sonst schnell in inneren Endlosschleifen gefangen hält.

Mir das verwickelte „Gewebe“ der eigenen Beziehungen und Bezogenheiten (Hannah Arendt) bewusst zu machen, lindert auf der einen Seite irrationale Ängste, macht aber zugleich die Schrecken in der Welt umso deutlicher. Ihnen gilt es ins Auge zu sehen. Gefahrenabwehr war schon immer ein hohes Gut, das Frauen und Männer motiviert hat zu handeln. Oft einhergehend mit eigenen Gefährdungen und Nachteilen, denken wir nur an Feuerwehr oder Katastrophenschutz. Aber genau dort wird erkennbar, dass hier Güterabwägungen stattfinden, die Engagement zur Folge haben. Die Motivation zu solchem Engagement erwächst aus der Verbundenheit mit der Natur, einem grundlegenden Humanismus, aus der eigenen Religion oder aus einer Mischung aus allen drei Faktoren. Kurz: Sie entspringen einer spirituellen Basis meiner Existenz, die weiter reicht als die Grenze meine eigenen Individualität. Die Folge ist die Fähigkeit zur Empathie und zu Begegnungen auf Augenhöhe.

Sehe ich meiner Angst ins Auge, werde ich frei, Pfade zu erkennen, die gangbar sind. Schellnhuber zum Beispiel nennt sieben technisch-gesellschaftliche Handlungsfelder, in denen im 21. Jahrhundert Neuerungen sinnvoll bzw. notwendig erscheinen. Zu diesen „Kardinalinnovationen“ zählen: die Integration erneuerbarer Energiequellen, Häuser zu Kraftwerken zu entwickeln, neue Mobilität, Mehrfachnutzung und Wiederverwendung, nachhaltiges Siedlungswesen, aktives Kohlenstoffmanagement und regenerative Wasserwirtschaft. (622ff.) Deutlich wird die große Bandbreite und damit verbunden eine Vielfalt von Möglichkeiten des Engagements, auch in kleinen und überschaubaren Schritten, eingeordnet ins große Ganze. Hier gilt es zu schauen, was passt zu mir, meinen Fähigkeiten, Interessen und Erfahrungen, was ist konkret möglich, je nachdem, an welchen Stellen ich stehe? Was motiviert mich so sehr, dass ich trotz und in meiner Angst losgehe und handele? Was ist „mein Ding“ in der gemeinsamen Herausforderung, die Welt zu retten?

Kooperation statt K(r)ampf

Wenn ich diese Fragen für mich jetzt, in aller Vorläufigkeit, beantwortet habe, gleichzeitig aber nicht davon ausgehe, dass ich damit die allein selig machende Wahrheit in Händen halte, begegne ich anderen auf Augenhöhe. Ich bin bei mir und kann daher bei der/dem Anderen sein und gemeinsam mit ihr/ihm auf dem Weg nach vorn. Die Frage nach der „Rettung der Welt“ und dem Weg dorthin beschäftigt bereits viele Frauen und Männer, diesseits und jenseits der vorherrschenden Ökonomie. Bedingungsloses Grundeinkommen, Gemeinwohlökonomie, Solidarische Ökonomie und Commons, postpatriarchaler Ansatz, Care-Revolution, der vielfache Aufstand indigener Völker, Genossenschaftsbewegungen und unzählige Umweltschutzinitiativen – sie alle gehen von der Vision einer „besseren“ Welt aus. Sie alle setzen darauf, dass die Welt nicht nur gerettet werden muss, sondern auch kann. Sie entwickeln Szenarien und Narrative, erzählen Geschichten von einer gelingenden Zukunft. Jede und jeder kann sich hier beteiligen gemäß ihrer/seiner eigenen Perspektive und dem, was sie/er „wirklich wirklich will“. Die Aufgabe besteht nicht in erster Linie darin, der Politik Vorschläge zu machen, sondern eine alternative Weltsicht zu beschreiben, zu entwickeln, anschaulich zu machen. Eine Weltsicht, bei der, wie Naomi Klein schreibt, „Wechselbeziehungen statt Hyper-Individualismus im Mittelpunkt stehen, Gegenseitigkeit statt Dominanz und Kooperation statt Hierarchie.“ (554f.) Uns eint die Hoffnung, dass sich hier im besten Sinne der „Marktwirtschaft“ im Wettbewerb Ideen entwickeln und gestalten lassen. Das macht zufrieden und unruhig zugleich und führt zu Gelassenheit und Mut.

Literatur

Franz-Josef Radermacher, Global Marshall Plan
Frithjof Bergmann, Neue Arbeit, neue Kultur
Hans-Joachim Schellnhuber, Selbstverbrennung. Die fatale Dreiecksbeziehung zwischen Klima, Mensch und Kohlenstoff
Harald Welzer, Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand
Kari Norgaard, zitiert nach: Warum wir den Klimawandel nicht wahrhaben wollen
Les Convivialistes, Das konvivialistische Manifest
Naomi Klein, Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima

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