Tradition, Innovation, Konzentration, Inspiration

zukunft
Ein Wort-Quadrat.
Bei einem Workshop zu Zukunftsfragen von Kirche.
Plötzlich stehen diese vier Begriffe im Raum.
Ich werde sie nicht mehr los.

*

Tradition.
Nichts geschieht im luftleeren Raum.
Hannah Arendt sprach vom Geflecht, in welches wir unsere Handlungsfäden einbringen.
Ein Geflecht, das uns immer bereits voraus liegt.
Dankbar nehme ich das zur Kenntnis.
Was andere vor mir gedacht und gemacht haben.
Ohne sie wäre ich nicht hier.
Und wir als Gemeinde auch nicht.
Die biblischen Schriften gäbe es nicht.
Wenn dein Sohn, deine Tochter dich morgen fragt:
Wozu sind all die Weisungen, Gebote gut,
dann gib ihm, ihr zur Antwort:
Als Sklaven mussten wir dem König von Ägypten dienen.
Uns aber hat er aus Ägypten herausgeführt.
Und in dieses Land gebracht.
Das er unseren Vorfahren versprochen hatte.
Traditionen zu wahren und zu bewahren ist ein hohes Gut.
Niemand fängt bei Null an.

Innovation.
Anfangen muss ich immer wieder.
Vom Zauber, der in jedem neuen Anfang liegt, sprach schon Hermann Hesse.
Und vor der Notwendigkeit des Neuanfangens.
Nur so kann der lähmenden Gewohnheit entronnen werden.
Die biblischen Schriften berichten auch davon.
Petrus war bereit, alles stehen und liegen zu lassen, als Jesus ihn rief.
Und später fuhr er noch einmal hinaus, auf Jesu Wort hin, und warf die Netze aus.
Obwohl sie in dieser Nacht nichts gefangen hatten.
Paulus hörte vor Damaskus und später am Bosporus die Stimme.
Die ihn aufforderte, buchstäblich alles hinter sich zu lassen.
Alles, was er gelernt hatte und ihm wichtig und wesentlich war.
Wir haben hier keine bleibende Stadt,
sondern die zukünftige suchen wir.
Immer wieder.
Den schützenden Hafen verlassen.
Raus aufs Meer.

Konzentration.
Wörter bilden Welten.
Sparen, sparen, sparen höre ich ständig.
Und verschlanken.
Diese Wörter sind so traurig.
Und die Welten.
Sparen, ich habe über meine Verhältnisse gelebt.
Verschlanken, abspecken, das zu viel muss weg.
Rückwärtsgewandte Strategien.
Konzentration dagegen richtet den Blick nach vorn.
Was will ich, wollen wir?
Was halte ich für richtig?
Was höre ich, hören wir aus der Tradition?
Was höre ich, hören wir aus unserer Lebenswelt?
Wo soll es hingehen?
Und was brauchen wir dazu?
Was können wir lassen, was tun?
Aber vor allem:
Was motiviert, gibt Kraft und Mut?
Was ist das Wesentliche?
An dieser Botschaft zwischen Himmel und Erde?
Was genau ist daran eigentlich so toll?
So toll, dass es mich, uns nicht loslässt?
Kann ich, können wir es sagen?
In Worte fassen?
Wörter bilden Welten.
Konzentration.
Anspannung, zielgerichtet.

Inspiration.
Ein Geschenk.
Ein magischer Augenblick.
Der Kairos.
Gottes Geistkraft taucht ein in meinen Geist.
Ja.
Aber sie weht, wo sie will.
Dazu braucht es offene Hände.
Und Mut.
Mut, zu warten.
Mut, zwischen Tradition und Innovation zu verharren.
Mut, die Spannung auszuhalten.
Und zu hoffen.
Auf die Inspiration.
Und dann losgehen.
Gemeinsam.
Das Ziel vor Augen.
Konzentriert.

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