Ein Jahr „nichts“ kaufen … Gedanken zu „365 Tage ohne Zeug“

Gestern fand ich irgendwo auf Facebook oder Twitter, ich weiß nicht mehr, einen Link zu dieser Seite:

http://www.klimaretter.info/konsum/hintergrund/18329-365-tage-ohne-zeug

Es heißt dort:

Die Regeln sind einfach: Die Mitspieler dürfen 365 Tage kein „Zeug“ kaufen, also Gebrauchsgüter wie Klamotten, Handys, Möbel – und zwar weder neu noch gebraucht. Zwei „Joker“ für den Notfall allerdings gibt es. Sie dürfen eingesetzt werden, wenn etwas (subjektiv) Lebensnotwendiges kaputtgeht und nicht anders beschafft werden kann als durch Kauf. Ob es nun der MP3-Player ist, der Milchschäumer oder ein neues Bestseller-Buch. Die Joker sollen allerdings vor allem dazu anregen, genau zu prüfen, ob das jeweilige Produkt für einen selbst wirklich wichtig ist – oder nicht.

Ich fand das anregend und habe den Artikel auf Facebook geteilt und offenbar fanden/finden andere diese Idee auch spannend. Allein das Nachdenken darüber – und die Bereitschaft, genau dies zu tun – verändert vielleicht nicht gleich mein Verhalten, aber das Denken.

Mir fiel sofort ein: Ja, das geht schon, denn Essen und Trinken, Seife und Rasierwasser, Klopapier und so weiter „darf“ ich ja weiter kaufen. Was bleibt eigentlich über und wo laufen die Grenzen? Manches würde mir leicht fallen, anderes schwer. Kleidung und Schuhe, würde gehen. Haushaltsartikel, also wenn nicht grade die Waschmaschine kaputt geht, vermutlich auch. Bei Büchern wird es schon schwieriger (genau das meinte auch eine Kommentarin). Oder was ist mit dem Kino-Besuch? Der Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt, okay, kann ich drauf verzichten – ist aber auch „Trinken“. Also erlaubt? Im Detail alles nicht so einfach, viel Nachdenken erforderlich – und das ist gewünscht.

Mein zweiter Gedanke war, wie das im Mehrpersonenhaushalt gehen kann. Auch da gab es einen Kommentar von einer Frau mit etlichen Kindern. Für mich zeigt sich hier, dass auch Vorstellungen von Wohnen, sich Wohlfühlen – und dazu gehören dann die ein oder anderen Dinge des alltäglichen Lebens -, worüber sich ein Paar, eine Familie, eine Wohngemeinschaft einigen müsste, wenn sie an solch einem Projekt mitmacht. Aber genau das geschieht ja auch schon, denn das zur Verfügung stehende Budget kann überall nur einmal ausgegeben werden.

Der dritte Gedanke war, ein Jahr ohne Blumen? Es gibt ja so „schöne“ Dinge das Lebens. Die fallen auch raus? Gut, Blumen gehen auch kostenlos, kann ich auf der Sommerwiese pflücken. Aber im Winter? Die Blumen sind nur ein Beispiel, Konsumverzicht kann das Leben auch ärmer machen. Was ist denn mit einer Urlaubsreise? Schwimmbadbesuchen?

Und der (vorerst) letzte Gedanke: Was, um aller Welt, mache ich mit dem eingesparten Geld? Kommt auf´s Konto und nächstes Jahr …? Das kann es eigentlich ja nicht sein. Ich könnte es spenden oder für mehr Bio-Nahrungsmittel ausgeben. Sonst macht die Sache am Ende keinen Sinn, meine ich.

Bleibt spannend, die Idee. Was meint ihr?

Ein Gedanke zu “Ein Jahr „nichts“ kaufen … Gedanken zu „365 Tage ohne Zeug“

  1. Ein ganzes Jahr? Für den Anfang würde mir die Fastenzeit reichen!
    Schwierig, aber der richtige weg!
    Ich muss in letzter Zeit oft daran denken, wie trickreich ich noch vor ein paar Jahren, als ich allein mit 2 Kindern von einem kleinen Gehalt gelebt hab, das was kaputt gegangen ist, repariert und geflickt hab 🙂
    Und heute: kann ich Ersatz kaufen 😦 und tue es!

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