Gedanken zum Abschied nach fünfundzwanzig Jahren

Heute erschienen im Gemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinde Götterswickerhamm Ausgabe 4/2014

Liebe Gemeinde,

was schreibe ich, wenn ich nach 25 Jahren die Gemeinde verlasse und nur eine Seite im Gemeindebrief habe? 50 Zeilen, 500 Worte für ein Vierteljahrhundert pfarramtliche Tätigkeit?

Als wir 1989 nach Voerde kommen, steht noch die Mauer in Berlin und in Kuwait gehen gerade Ölfelder in Flammen auf.

Deutschland wird in unserem ersten Jahr hier zum vorletzten Mal Fußballweltmeister und unser jüngster Sohn wird geboren, so lange ist das alles her.

Unzählige Bilder tauchen vor meinem inneren Auge auf, wenn ich zurückdenke.

Der Rönskenhof, randvoll an Heilig Abend oder bei „großen“ Beerdigungen.

Drei spielende Kinder auf dem Kirchengelände.

Menschen, mit deren Unterstützung ich meine ersten Schritte in dieser Gemeinde mache:
Hauptamtliche wie Hans-Joachim Trauthig, Gerrit Ebener-Greis, Monika Reinke, Wilfried Bischoff und Ehrenamtliche wie Hermann Köhler, Sonja Benninghoff, Manfred Henrichs, Günter Zobel, Gertrud Büttgen, Erika Neuland.

Mit dem letzten Namen verbindet sich das Frauenfrühstück, was für eine Erfolgsgeschichte.

Ein Loch in der Wiese neben dem Pfarrhaus, mit einer Teichfolie gefüllt, nebenan liegen Bäume, die wir pflanzen und die heute eine Allee bilden.

Krippenspiele im Rönskenhof und in Möllen, immer wieder gemeinsam entwickelt, eine Idee entsteht einst im Whirlpool auf einer Konfirmandenfreizeit.

Ausgebüchste Rinder, die an einem fahlen Novembermorgen vor dem Pfarrhaus stehen.

Gemeindefeste, eins in den Neunzigern mit dem Diakonischen Werk, ein anderes zum 50. Geburtstag des Rönskenhofs und das bislang letzte auf dem Gelände 2007.

Viele spannende Konfirmandengruppen, junge Menschen, von denen ich viel lerne.

Und vieles, vieles anderes mehr.

Es bleibt auch manches offen.

Das Ziel, „eine“ Gemeinde werden zu wollen, wir sind auf dem Weg, aber er ist noch lang.

Die Partnerschaft mit der CEBIE-Kirche im Kongo, noch nicht wirklich in der Gemeinde angekommen.

Das neue Gemeindezentrum, momentan nur eine Skizze auf dem Papier, aber was für eine! Gerne hätte ich hier noch weiter noch weiter mitgewirkt, aber ein Neuanfang bedeutet immer auch Dinge zurückzulassen.

Zum Schluss möchte ich noch fünf Menschen in besonderer Weise danken.

Zunächst Hanke Ibbeken und Harald Eickmeier, meinen beiden Pfarrkollegen. Es war eine intensive, konstruktive und in jeder Hinsicht gute Zusammenarbeit, die wir über viele Jahre hier hatten, auch und gerade in den schwierigen Zeiten in den letzten Jahren.

Und dann Dunja Fischer, Gisela Neßbach und Hildegard Rosenke, alle drei langjährige Mitglieder im Presbyterium und enge Mitarbeiterinnen im ehemaligen Pfarrbezirk Rönskenhof. Es hat mir immer viel Spaß gemacht, mit Euch das ein oder andere auf den Weg zu bringen, und manchmal habt Ihr mir auch – ganz freundlich – den Kopf gewaschen, auch das ist notwendig.

Es wäre noch viel mehr zu sagen und zu schreiben, noch viele Namen fallen mir ein. Aber die Seite ist fast voll. Von daher schließe ich mit der Erinnerung an die Jahreslosung 2014, die über allem steht, was wir Menschenkinder so tun:

Gott nahe zu sein ist mein Glück. (Psalm 73,28)

Ihr/Euer Pfarrer Matthias Jung

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