Scheitern. Mitleiden. Klagen.

Scheitern. 

Ich scheitere, wenn ich eine Idee, eine Vision, einen Traum nicht umsetzen kann – und dies als Niederlage empfinde. Scheitern kommt in allen Lebensbezügen vor. Mein Fokus liegt hier aber nicht auf dem individuellen Bereich, sondern richtet sich auf Wirtschaft, Arbeitswelt und globale Zusammenhänge.

Seit längerem beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe des Sozialethischen Ausschusses der rheinischen Landeskirche mit der Frage der Seelsorge an von Insolvenz betroffenen Menschen. Dabei geht es nicht um die Mitarbeitenden, die ihren Arbeitsplatz verlieren, sondern um die Geschäftsführer/innen, Handwerksmeister/innen oder Unternehmer/innen, deren Betriebe vor dem Aus stehen. Häufig stürzen Menschen, die scheitern, in ein tiefes Loch, weil sie die Schuld zunächst und vor allem bei sich suchen, auch im Bereich von Insolvenzen.

Scheitern wird als Katastrophe, als Gesichtsverlust, als Zusammenbruch der Welt erlebt – wenn das Projekt, die Idee, das Unternehmen mir wesentlich und wichtig gewesen ist, wenn mein Herz daran hing, wenn es um etwas ging, dass ich wirklich, wirklich wollte. Extrem belastend ist häufig der Gedanke, dass auch andere von meinem Scheitern mit betroffen sind, meine Gesellin, mein Lehrling, meine Kinder. Natürlich spielen persönliche Schuld, Fehleinschätzungen und/oder -entscheidungen oft auch eine Rolle. Aber in aller Regel ist Scheitern nicht mit individuellem Versagen allein zu erklären, es gibt Umstände, Verhältnisse, Zufälle und oft auch gezielten Gegenwind. Im individuellen Erklärungsversuch greifen wir Menschen häufig zu persönlichem Zuschreiben von Versagen, so gerne und oft wir an anderer Stelle über die Verhältnisse schimpfen. Aber die sind oft nicht greifbar, während mir meine eigenen Handlungen klar vor Augen stehen.

Diese Erfahrung lässt sich ausweiten. Scheitern erkennen wir auch in den großen Zusammenhängen unserer Welt. Friedensbemühungen scheitern. Verbesserungen von Lebensverhältnissen von Menschen in der Einen Welt sind und werden schnell konterkariert von den Regularien des Marktes, der auf Gewinn und Vorteil aus ist. Betriebe werden wie Schachfiguren verschoben oder an der Börse auf´s Spiel gesetzt. Die Folgen tragen oft Mitarbeitende direkt, aber auch kleine und mittlere Unternehmen, die dann – scheitern. Erfolg und Scheitern hängen stark vom jeweiligen Blickwinkel ab. Blickwinkel aber verzerren, blenden das eine aus und fokussieren auf anderes. Scheitern ist nichts Objektives, sondern stellt immer eine individuelle oder auch kollektive Bewertung dar. Natürlich haben die recht, die in Ratgebern gerne und (zu?) schnell darauf verweisen, dass im Scheitern auch Chancen bestehen. Aber im Moment der Katastrophe ist diese Option weit weg. Und Garantien, dass neues Leben erwachsen wird aus meiner, unserer vergeblichen Arbeit und Anstrengung, aus meinen, unseren zerplatzen Hoffnungen und Träumen, die gibt es nicht. Scheitern ist immer eine elementare Leiderfahrung, eine Katastrophe.

Mitleiden.

In der Seelsorge geht es im Fall des Scheiterns um das Mitleiden. In diesen Tagen lese ich die Biografie von Renate Wind über Dorothee Sölle (»Dorothee Sölle – Rebellin und Mystikerin«). Sölle hat sich in einer Phase ihres Lebens sehr von Bonhoeffers bekannten Sätzen inspirieren lassen:

»Könnt ihr nicht eine Stunde mit mir wachen, fragt Jesus in Gethsemane. Das ist das Gegenteil von allem. Was sich der religiöse Mensch von Gott erwartet. Nicht der religiöse Akt macht den Christen, sondern das Teilnehmen am Leiden Gottes im weltlichen Leben. (…) Gott lässt sich aus der Welt hinausdrängen ans Kreuz. Gott ist ohnmächtig und schwach in der Welt und nur so ist er bei uns und hilft uns. Hier liegt der entscheidende Unterschied zu allen Religionen. Die Religiosität des Menschen verweist in ihn seiner Not an die Macht Gottes in der Welt (…). Die Bibel verweist den Menschen an die Ohnmacht Gottes und das Leiden Gottes.« (Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung Neuausgabe, S. 394f.)

Sölle hat diese Gedanken angesichts der Erfahrungen mit Unterdrückung und Verfolgung in Lateinamerika und Südostasien in ihrem Buch »Leiden« aufgenommen und weiter gedacht. Die Mündigkeit des Menschen und seine aktive Fähigkeit zum Mitleiden mit Gott und den Menschen interpretiert sie im Licht der Passion Jesus bei Johannes:

»Der allmächtige Herrscher, der Leid verhängt oder aus Leiden befreit, hat (…) seine alles überragende Bedeutung verloren. Wer sein Leiden auf einen Allmächtigen (…) gründet, der muß vor die Frage nach der Gerechtigkeit dieses Gottes kommen – und er muss an ihr scheitern. (…) Wie immer Menschen an diesem (…) Gott scheitern (…) – es sind Menschen, die zu viel von Gott, zu wenig von sich halten. (…) Wie der Mensch Jesus litt, bedeutet eine Stärkung, eine Darstellung menschlicher Möglichkeiten, eine Hoffnung auf Humanisierung auch unseres Leidens. (…) In Christus, das heißt in der nicht selbstverständlichen wahren Möglichkeit des Menschen, betrifft uns das Leiden so, daß es unsere Selbstgewißheit, unseren Trotz unsere Stärke hervorruft: unsere Einheit mit der Liebe ist unwiderruflich.« (Sölle, bei Wind 108f.)

Eindrucksvolle, starke Worte – und doch kann ich ihnen nicht uneingeschränkt zustimmen. Ja, es gibt die Flucht vor Verantwortung, die Sehnsucht nach dem allmächtigen, dem »lieben« Gott. Doch der ist nicht identisch ist mit dem bedingungslos liebenden Gott der Bibel und den lieben Gott gilt es zu zerstören, um uns Menschen von einem »Aberglauben« zu befreien. Hierin besteht der wichtige Impuls Bonhoeffers, den Sölle aufgenommen und weitergeführt hat und der an Aktualität bis heute nichts verloren hat.

Umgekehrt aber endet Sölles Weg in der völligen Zuschreibung der Verantwortlichkeit beim Menschen, den sie so hoffnungslos überfordert. Nicht nur hier, auch an anderer Stelle besteht bei Sölle eine Tendenz, den Menschen zur Rettung der Welt zu verpflichten, in dem sie Gott nichts und dem Menschen alles zutraut. So sehr diese Rede in der Sprachform der Predigt oder der Prophetie ihren Sinn und Ort haben mag, im Raum der theologischen Reflexion muss zum einen darauf hingewiesen werden, dass uns Menschen die Rettung der Welt nicht verheißen ist:

»Eine grundlegende Einsicht des Rechtfertigungsglaubens für das Verhältnis des Menschen zur Natur ist diejenige der Begrenzung. (…) Weder die Rettung noch die technokratische Vervollkommnung der Welt sind die Sache der Menschen. (…) Die Rechtfertigungslehre führt zu einem Verständnis von konkreter, das heißt gleichermaßen subjektiver wie begrenzter Verantwortung. Nur eine solche kann überhaupt wahrgenommen und übernommen werden. Das sich seiner Verantwortung bewußte Subjekt muß sich in seinem konkreten Lebensbereich für das Ganze, aber nicht für alles verantwortlich fühlen. (…) Der unbegrenzte Fortbestand der Menschheit, ihres Lebensraumes und ihrer Kultur sind weder Gegenstand einer neutestamentlichen Verheißung noch der Handlungszweck des Glaubens.« (Ulrich Körtner, Solange die Erde steht. Schöpfungsglaube in der Risikogesellschaft, S. 50f.)

Zum anderen wird hier deutlich: der Mensch ist in seiner Stärke auch schwach und begrenzt, er kann auch scheitern kann und er ist immer auch auf das Mitleiden anderer angewiesen. So richtig es ist, an die Seite des Leides und der Leidenden zu treten, so wahr ist es zugleich, dass ich dies eben nicht (immer) aus einer Position der Stärke heraus tue, sondern mich oft in der gleichen Situation auch selbst als ohnmächtig und hilflos empfinden kann. Die Rückbesinnung auf Christus kann mich im Glauben stärker machen, muss es aber nicht. Die Wahrnehmung von Leid und Scheitern öffnet auch mir die Augen auf das verhängnisvolle Geflecht von Macht und Zerstörung, Gier und Hass, in das ich ebenso eingebunden bin wie der oder die andere. Das ist nicht alternierend gemeint (mal bist du schwach und ich stark, ein andermal ist es umgekehrt), auch nicht entschuldigend (so sind halt die Welt und die Menschen), nein, es ist additiv gemeint: Wir erkennen, dass wir uns beide in der gleichen Situation ohnmächtig und des Mitleidens anderer bedürftig fühlen– wenn auch unsere Blickwinkel und Betroffenheiten sehr unterschiedlich sein mögen.

Konkret gesagt: die hilflose Handwerksmeisterin, die ihre Gesellen und Lehrlinge entlassen muss, trifft auf mich in dieser Situation genauso hilflosen Seelsorger. Der frustrierte Gewerkschaftler bei Opel, der sich handlungsunfähig zappelnd im Netz der Konzernstrategien erlebt, trifft auf Christinnen und Christen, die auch kopfschüttelnd nicht begreifen können, was hier geschieht. In unserer Ohnmacht sind wir – bei aller Unterschiedlichkeit – nah beieinander. Das lässt sich ausweiten. Die ohnmächtigen Menschen in Lateinamerika, Afrika oder auch Südeuropa, die unter Nahrungsmittelspekulation und Bankenkrise und Kriegen um Rohstoffe leiden, treffen auf mich ebenso Zornige/n und Ohnmächtige/n, die oder der nicht weiß, was er oder sie tun kann. Nein, noch schärfer, ich weiß genau, dass ich nichts Substantielles zur Verbesserung der Lage beitragen kann und das macht mich hilflos – und des Mitleidens bedürftig. Ich bin auch derjenige aus dem Gleichnis vom Weltgericht, der eine oder einen braucht, der mich besucht, der mich kleidet, der mir zu trinken gibt. Ich leide mit und unter dem Leid des oder der anderen, unter dem Scheitern, dem Zerplatzen von Träumen und der gewalttätigen Zerstörung von Hoffnung.

Natürlich gibt es hier Unterschiede. Für mich geht es nicht um Verhungern oder Folter, für mich geht es nicht um die Zerstörung eines Lebenstraumes. Für mich geht es nicht um Schuldgefühle, weil ich Mitarbeitende entlassen muss und meiner Familie erklären muss, warum sie demnächst von Hartz IV leben müssen. Ja. Aber gerade das vermag mir meine Hilflosigkeit umgekehrt schonungslos vor Augen zu stellen. Ich kann daran nichts ändern. Und genau das löst Schuldgefühle bei mir aus, ganz im umgekehrten Sinne von Hiob: Warum geht es mir so gut und anderen so schlecht? Und ich muss mir und anderen eben eingestehen, dass bei aller Stärke, die ich und wir als Mensch(en) haben und mit der wir nicht vorschnell zum allmächtigen Gott rennen und aufgeben sollten, dass es am Ende dann doch sehr oft um das Eingestehen der Ohnmacht, der Hilflosigkeit, ja vielleicht auch des Scheiterns bei mir geht, wenn ich doch den Traum von Hilfe, von Versöhnung von Stärkung der Lebensbedingungen, -umstände und -möglichkeiten anderer tief in mir trage, gerade auch aus der christlichen Glaubenserfahrung heraus. Es geht nicht um das Aufrechnen, wer hier besser oder schlechter dran ist. Das ist aus materieller Sicht oder wo es um Leben oder Tod geht in der Regel ganz eindeutig. Es geht nicht um das Nivellieren von Lebensbedingungen und Erfahrungen. Aber die Ohnmacht bleibt auch bei mir mit den besseren Lebensverhältnissen und -aussichten, und auch das schlechte Gewissen, weil ich genau weiß, ich kann hier machen was ich will, es ändert nichts an der Situation des Anderen.

Verzweifelte Schuld, ich könnte alles weggeben und doch würde das nichts ändern. Verzweifelte Ohnmacht, ich sitze dem insolventen Handwerksmeister gegenüber oder stehe mit Mitarbeitenden vor dem Fabrikstor und kann nichts tun. Und ich sehe zugleich in den Augen des oder der Anderen Schuld und Ohnmacht und Verzweiflung…

So stehen wir in gewisser Weise gleich vor Gott, beide auf das Mitleiden anderer angewiesen, erkennen uns in Christus wieder, im jeweils anderen (Mt 25). Ich wache ohnmächtig, stumm, hilflos, mit dem anderen und er zugleich mit mir. In der Ohnmacht sind wir vereint, stehen gemeinsam vor Gott. Mitleiden heißt, wir erkennen unsere beiderseitige Hilflosigkeit, unsere Ohnmacht, unsere Verzweiflung. Und dieser Weg führt zur gemeinsamen Klage.

Klagen.

Die Klage hat in unserer Tradition keinen guten Ruf. Klage klingt nach Jammern und Jämmerlichkeit, nach Schwachheit, oft auch falscher Schwachheit (»Hättest du dich mehr angestrengt!« »Jetzt lass dich doch nicht so hängen!«) Aber die Bibel ist voller Klage und ich glaube nicht, dass es hier um Jammern geht. Ich frage mich, ob nicht in der Wiedergewinnung der Klage ein Weg für den Umgang mit dem eben beschriebenen unheilvollen grausamen Geflechts von Schuld und Versagen, von Ohnmacht und Hilflosigkeit geht.

Erstmals hatte ich diesen Gedanken bei einer Veranstaltung in Kaiserslautern, bei der ich über Gegenwart und Zukunft von Arbeit referiert habe. Mit am Tisch saßen neben kirchlichen Mitarbeitenden einige Gewerkschaftler von Opel, die eindrücklich von ihren Sorgen berichteten. Bei der Frage in der Runde, was denn Kirche hier tun könnte, schoss mir der Gedanke durch den Kopf, dass die gemeinsam vorgetragene Klage vielleicht ein »Angebot« der Kirche sein könnte, dass wir als Christinnen und Christen zumindest in unserem Kontext eher vernachlässigt haben. Als ich diesen Gedanken ins Unreine gesprochen äußerte, hatte ich den Eindruck einer skeptischen Neugier in den Augen der Anderen.

In der Klage geht es nicht um das, was ich erreichen will. Sie geschieht in ohnmächtiger Verzweiflung, die sich in einer verzweifelten Hoffnung an Gott richtet, an den ohnmächtigen Gott, der uns zugleich wieder zurück auf uns wirft. Scheitern und Mitleiden lässt klagen.

Die Klage ist vielleicht die offenste aller Sprachformen des Gebets. Im Dank weiß ich, wofür ich danke, in der Fürbitte weiß ich, worum ich bitte. Die Klage dagegen ist offen, in ihr kommt Resignation und Verzweiflung, Zorn und Protest, Anklage und Schuldbekenntnis miteinander und ineinander zur Sprache. In der Klage spricht sich meine, unsere Ohnmacht angesichts der Ohnmacht Gottes aus.

Wachen mit Christus, nur eine Stunde. Ich bleibe im Scheitern da, leide mit anderen und anerkenne darin meine eigene Ohnmacht. All das kann in der Klage zur Sprache kommen. Die Klage ist bereits ein Hoffnungszeichen, weil sie das stumme Schweigen durchbricht und zur Sprache bringt, was mir die Sprache verschlägt. Sie richtet sich an den verschlossenen Himmel, anerkennt die nicht vorhandene Allmächtigkeit des Herrschers und akzeptiert damit zugleich den Ort des Menschen, Stärke und Schwäche zugleich. Insofern bin ich zunächst ganz nah bei Sölle und ihrem Gedanken, dass das Mitleiden unsere Stärke, unseren Trotz hervorruft. In den Politischen Nachtgebeten hat dies vor Jahrzehnten eine Sprachform gefunden.

Aber allein die Rückverweisung an die Stärke des Menschen aus der Erfahrung des ohnmächtigen Gottes reicht nicht aus. Es bleibt trotz allem das verzweifelte Festhalten an der Vision vom kommenden und schon anbrechenden Reich Gottes, die Hoffnung, dass der Geist weht wo er will. Insofern öffnet die Klage die Perspektive, der eingeschränkte Blickwinkel wird geweitet und ich sehe mehr als vorher. Das ist riskant – der aufgebrochene Blickwinkel kann dazu führen, dass ich im Mitleiden, im Scheitern neue Aspekte in den Blick bekomme, Hoffnungszeichen, aber auch Katastrophenzeichen. Das Mitleiden mit Christus im Garten Gethsemane war riskant, es drückt die Sehnsucht nach Solidarität angesichts einer unsicheren gefährlichen Zukunft aus. Keiner konnte sagen, was kommt. Es bedeutete, da zu bleiben, nicht zu fliehen, nicht auszublenden, sondern hinzuschauen, nicht wegzurennen vor dem Scheitern des oder der Anderen und vor meinem eigenen Scheitern. Das ist riskant.

Denn auch die Klage kann scheitern, wenn der Himmel verschlossen bleibt und der Geist nicht weht. Es gibt keine Garantien, keinen Automatismus. Niemand konnte an dem Abend vor Jesu Tod sagen, was geschehen würde. Wacht mit mir, so lautet(e) die Aufforderung. Klagen ist wie alles Beten gefährlich. Die Klage erhofft sich eine Antwort von dem bedingungslos liebenden und zugleich ohnmächtigen Gott, auf den Jesus und die Zeugen der biblischen Tradition ihre ganze Hoffnung setzten. Ich setze mich aufs Spiel, ohne zu wissen, was kommt. Ein Paradox, ja.

Das ist nicht viel. Aber die Alternative heißt Resignation, unendliche Verzweiflung. Und deshalb stelle ich mich gerne in den Rahmen der biblisch-christlichen Tradition, in den Kreis der Menschen, die erfahren und beschrieben haben, dass aus Klage in Ohnmacht Hoffnung, in Schwäche Stärke, im Scheitern ein Neuanfang erwachsen kann.

3 Gedanken zu “Scheitern. Mitleiden. Klagen.

  1. Viele gute Gedanken, das Meiste kann ich voll unterstreichen. Ganz besonders die Bedeutung des „Wachens“ (einfach nur da sein).

    Beim Scheitern ist mir wichtig, dass es sowohl zerstörerisches als auch befreiendes Scheitern gibt (Jürgen Ebach). Und: Es ist ein Unterschied, ob meine Arbeit, mein Werk scheitert (was natürlich auch bitter ist), oder ob ich (existenziell) scheitere.

    Die Sache mit der Ohnmacht des Seelsorgers habe ich schon oft gehört. Ich ahne, was du meinst, und sollte ich richtig ahnen, finde ich den Grundgedanken auch gut. Aber trotzdem ist mir das eine Spur zu depressiv (das Wort passt nicht ganz, aber so die Richtung halt…). Wenn ich selbst Seelsorge will, will ich unter keinen Umständen einen Ratgeber, Besserwisser, Macher. Schon eher einen Mitleider. Aber ich will auch keinen Ohnmächtigen. Ich will einen Ermächtiger. Weil das eben das ist, was mir (in dem Moment) nicht möglich ist.

    Martin…

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