Israel loves Iran – Deutschland Griechenland und umgekehrt?

Zur Zeit macht diese wunderbare Kampagne http://www.indiegogo.com/israeliran wieder richtig von sich reden und postet Tat für Tag neue Plakate. Eine Protestgeschichte von unten mit den Mitteln, die uns heute zur Verfügung stehen. Menschen verschiedener Länder, Kulturen und religiösen Traditionen pfeiffen darauf, dass die politischen Systeme die Meinung vertreten, man sei sich spinnefeind.

Mir geht dabei durch den Kopf, ob nicht die unsägliche Finanz-, Euro- und Was-weiß-ich-Krise dazu führt, dass auch „wir Europäer/innen“ stärker zusammen rücken. Ich lese von Meldungen, dass wieder vermehrt, teilweise auch sehr bewusst Deutsche nach Griechenland in Urlaub fahren. Wunderbar, warum denn auch nicht, sollte plötzlich alles schlecht sein, was vorher gut war?

Ich selber war noch nicht in Griechenland oder Portugal im Urlaub. Ich steige nicht so wirklich gerne in ein Flugzeug, bleibe lieber auf dem Boden und dann ist der Süden Europa weit weg. Aber ich merke, ich werde neugieriger auf diese Länder. Und das hat damit zu tun, dass ich durch die vielfältige Berichterstattung mehr über Griech/inn/en und Portugies/inn/en erfahren habe als je zuvor.

Die öffentliche Diskussion ist nur manchmal platt, in vielen Berichten ist sie sehr differenziert. Wie es weiter geht, keine Ahnung. Aber vielleicht führt diese Krise dazu, dass wir Menschen in Europa mehr voneinander erfahren als vorher? Und zusammenrücken, zumindest zuerst und vor allem auch virtuell? Das wäre doch ein schöner „Nebeneffekt“ und würde dem Projekt Europa sehr gut tun. Warum es den Poltikerinnen und Politikern überlassen?

Wenn sich Menschen finden, die eine ähnliche Kampagne wie Israel loves Iran (und umgekehrt) auf die Beine stellen, ich würde auch mit machen. Deutschland loves Griechenland, Portugal loves Deutschand. Und so weiter. Sollte es zu einem Krieg zwischen Israel und Iran kommen, dann gibt es auch eine Zeit danach. Menschen, die sich vorher schon verstanden haben, sind dann vielleicht besonders gefragt, die furchtbaren Wunden zu verbinden. Wie es in der sogenannten Was-weiß-ich-Krise weitergeht, ich weiß es nicht. Wunden werden aber auch hier geschlagen und bedürfen der Heilung.

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