Mobilität in der Bibel

Mobilität in der Bibel

Mobil zu sein ist schon immer Teil des Menschseins.
Menschen reisen mit guten oder weniger guten Absichten.
Vielfach voller Sehnsucht und zielgerichtet, ganz oft aber auch fluchtartig und unfreiwillig.
Alles auch schon in biblischer Zeit.

Adam und Eva müssen das Paradies verlassen.
Kain kann nach dem Brudermord nicht bleiben und zieht in das Gebiet jenseits von Eden.

Abraham verlässt auf das Wort Gottes hin seine Heimat und kommt so nach Kanaan.
Sein Sohn Jakob flieht später nach dem erschlichenen Segen in die Ferne, kommt nach Jahren zurück.

Joseph wird an Sklavenhändler verkauft, kommt nach Ägypten und macht dort Karriere.
Und eines Tages steht seine Familie vor ihm, die der Hunger aus der Heimat nach Ägypten getrieben hat, weil es heißt, da hätte einer gut vorgesorgt für schlechte Zeiten.

Generationen später führt Mose sein Volk Israel aus der Sklaverei durch die Wüste zurück ins gelobte Land, eine vierzig Jahre währende Reise zwischen Sehnsucht und Alpträumen.

König David führt einen Krieg nach dem anderen und zieht dazu mit seinem Heer von Ost nach West, von Süd nach Nord.

Elia flieht vor Königin Isebel, die ihn aus Rache ermorden lassen will, weil Elia vierhundert Baalspriester töten ließ.

Die Oberschicht Israels wird nach einer vernichtenden Niederlage gefangen nach Babylon geführt.
Ihre Nachkommen dürfen eines Tages in die Heimat zurückkehren, nachdem der Perser Kyros seinerseits Babylon erobert hat.

Maria und Joseph müssen von Nazareth nach Betlehem reisen, um sich registrieren lassen.
Nach der Geburt Jesu geht es aber nicht zurück nach Hause, nein, sie müssen vor Herodes nach Ägypten fliehen.
Und die Astrologen aus dem Osten sind noch viel länger unterwegs nach Betlehem und folgen dabei einem Stern.

Jesus selbst reist drei Jahre auf und ab durchs Land, redet vom Himmelreich und heilt Herzen und Körper.

In vielen seiner Geschichten sind Menschen unterwegs:
Der verlorene Sohn verprasst auf seiner Luxusreise alles, was er hat, und beschließt am Schweinetrog, sich noch einmal ganz anders auf den Weg zurück zu machen.
Oder der Handlungsreisende, der unter die Räuber fällt. Geistliche, die zum Tempel reisen, lassen ihn links liegen, aber ein ausländischer Samariter rettet ihn.
Und auch Zachäus gäbe es überhaupt nicht, wenn Handel nicht so selbstverständlich und alltäglich wäre, dass es lohnt, hier Zölle zu erheben und Zollstationen zu bauen.

Die Reise zum Passahfest nach Jerusalem ist jährlich Teil des jüdischen Lebens, für Jesus ist die erste Reise dorthin zugleich seine letzte.

Jesus schickt seine Jünger los, um das Evangelium zu verkünden, mit reichlich wenig im Gepäck.

Petrus und andere machen sich nach Ostern auf den Weg, von der Auferstehung zu erzählen und den Auferstandenen zu verkünden.

Ein Finanzminister aus Äthiopien ist so neugierig, dass er bis nach Jerusalem reist, um etwas über den Gott der Juden zu erfahren. Trotz verschlossener Türen am Tempel reist er schließlich getauft fröhlich zurück.

Und ohne Paulus und seine Reisen säßen wir heute nicht hier, ohne seinen unbändigen Willen, das Evangelium bis an die Enden der Welt zu tragen.

Mobil sein zu können, ist Teil des Menschseins.
Menschen reisen mit guten oder weniger guten Absichten.
Manchmal ist Mobilität sogar überlebensnotwendig.

(Wort zum Tage auf unserer KDA-Dienstbesprechung, auf der wir uns ausführlich über VW und die Zukunft der Automobilindustrie austauschten.)

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