Ostern. Entsetzen. Hoffnung.

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Die Frauen gingen hinaus und flohen von dem Grab.
Denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen.
Und sie sagten niemandem etwas.
Denn sie fürchteten sich.
(Markusevangelium, ganz am Ende)

Karfreitag können wir noch verstehen.
Ostern nicht.
Leiden ist allgegenwärtig.
Hoffnung nicht.

Karfreitag lüftet den Schleier.
Den wir über alles und jedes legen.
Um bloß nicht daran erinnert zu werden, wie dünn das Eis ist.
Auf dem wir uns Tag für Tag bewegen.

Ostern sehen wir ein leeres Grab.
Wir haben uns daran gewöhnt.
An Festgottesdienste mit wunderbarer Musik am Ostermorgen.
Doch gibt das schon Hoffnung?

Wenn sie kommt, bricht sie in unser Leben hinein.
Die Frauen am Grab rannten schreiend weg.
Die Hoffnung entsetzt, verstört, zerbricht.
Reißt den Schleier fort.

Sie ist nicht herbeizuzwingen.
So sehr wir uns danach sehnen.
Sie kommt oder kommt nicht.
Mittendrin und zwischendurch.

Wenn sie kommt, macht sie alles neu und nichts.
Erfüllt keine Sehnsüchte,
löst keine Probleme,
beantwortet keine Fragen.

Die Augen öffnet sie.
Zeigt das Eis, auf dem wir stehen.
Und den Abgrund darunter.
Die Hoffnung macht zuallererst – Angst.

Dann erst greift sie nach uns.
Zeigt ein Licht.
Nicht am Ende des Tunnels.
Sondern mitten im Leben.

Ohne Karfreitag ist Ostern nicht zu haben.
Osterhasen und Ostereier vielleicht schon.
Aber keine Hoffnung.
Reines Geschenk.

Sie erzählten es dann doch.
Christus ist auferstanden!
Mit ihren Worten wurde die Welt neu.
Und wird es immer noch.