Vassilis Mathioudakis: Bilder aus Idomeni

Auf der Suche nach Bildern aus Idomeni bin ich über Dorothee Vakalis auf Vassilis Mathioudakis aufmerksam geworden.
Mich haben seine Aufnahmen beeindruckt und berührt.

Sie sind dicht, aber nicht aufdringlich.
Er macht die Schönheit auf den Gesichtern von Frauen, Männern und Kinder am Grenzzaun zwischen Griechenland und Mazedonien sichtbar.
Eine Schönheit, die nichts mit Hochglanzbildern aus Film, Fernsehen und Printmedien zu tun hat.
Eine Schönheit, die in der Würde liegt, im aufrechten Gang, trotz allem.
Und in der Hoffnung, die sich in den Augen der Menschen spiegelt, die dort ausharren und (uns) die Frage stellen:

Wie lange noch!?

Wer auf Facebook ist, kann sich dort unter seinem Namen etliche Galerien mit Fotografien aus Idomeni ansehen: Vassilis Mathioudakis. Oder auf Google+: Vassilis Mathioudakis
Eine eindrucksvolle Galerie hat Mathioudakis auf Youtube eingestellt und mit Musik untermalt.
Keine leichte Kost.

Und ein kurzes Video findet sich auf Youtube auch:

Fünfzig Menschen aus Idomeni nach Osnabrück bringen

Fünfzig Menschen aus Idomeni nach Osnabrück bringen

Unmenschlich geht es an vielen Orten zu.

Und dann gibt es die eine Geschichte, in der du drin bist.

So geht es mir mit Idomeni.

Ich war noch nicht dort, aber letztes Jahr in Thessaloniki.

Der kleine Grenzort war schon im Mai voller Flüchtlinge und da war die Grenze noch offen.

Christinnen und Christen aus der deutschen evangelischen Gemeinde in Thessaloniki fuhren ein paar in der Woche nach Idomeni und taten das Nötige und Mögliche.

Seither geht mir der Ort nicht mehr aus dem Kopf.

Und die Bilder vom Grenzzaun stehen mir vor Augen, immer wieder.

Sie haben Eingang gefunden in mein Denken und Fühlen, tauchen in Predigten und Texten auf.

Daher unterstütze ich sehr gerne die Initiative www.50ausidomeni.de und teile den Aufruf hier.

Lest ihn.

Unterschreibt ihn, wenn ihr zustimmt.

Verbreitet ihn weiter, regt in euren Kommunen eine ähnliche Aktion an.

Es kann und darf nicht sein, dass 10.000 Frauen, Männer und Kinder einfach vergessen werden.

50 Menschen aus Idomeni nach Osnabrück bringen

 

Auf ihrer Flucht vor Krieg und Verfolgung stecken mehr als 10.000 Menschen an der mazedonischen Grenze in Idomeni fest. Die Bedingungen dort sind Augenzeugenberichten zufolge erbärmlich: Die provisorische Zeltstadt steht mitten im Schlamm, durch tagelange Regenfälle sind die Menschen durchnässt, der Zugang zu Lebensmitteln und die medizinische Betreuung vor Ort sind völlig unzureichend, die hygienischen Zustände katastrophal.

 

Die Menschen haben weder die Möglichkeit, in die Kriegsgebiete ihrer Heimatländer zurückzukehren, noch die Grenze zu überqueren, da die mazedonische Polizei sie mit Blendgranaten, Gummigeschossen und Tränengas daran hindert.

 

In Griechenland zu bleiben und dort einen Asylantrag zu stellen, ist für die Geflüchteten keine Option, da das Asylsystem in Griechenland gravierende systemische Mängel aufweist: Wie der Europäische Gerichtshof festgestellt hat, kam und kommt es dort regelmäßig zu Menschenrechtsverletzungen an Schutzsuchenden.

 

Wir, eine Initiative von Osnabrücker Organisationen und Einzelpersonen, wollen ein Zeichen setzen und fünfzig Menschen aus Idomeni nach Osnabrück holen. Das ist nicht viel und doch mehr als nichts.

 

Osnabrück leistet Großartiges in der Hilfe für geflüchtete Menschen.

Die Stadt, gemeinnützige Organisationen, Kirchengemeinden und unzählige Ehrenamtliche unterstützen die Ankommenden in einem Maß, wie es kaum jemand für möglich gehalten hätte. Wir sind uns sicher: Hier ist auch Platz für weitere 50 Personen!

 

Als BürgerInnen von Osnabrück bitten wir Sie daher, uns zu unterstützen und als Stadt den Beschluss zu fassen, 50 Flüchtlinge aus Idomeni aufzunehmen!

Damit die Geflüchteten auch wirklich den Weg hierher finden, bitten wir Sie, sich beim Land Niedersachsen und der Bundesregierung dafür einzusetzen, die Aufnahme dieser 50 Geflüchteten in Deutschland zu bewilligen und ihnen die sichere Einreise zu ermöglichen.

Wir werden Sie dabei ausdauernd und mit all unseren Möglichkeiten unterstützen.

 

ErstunterzeichnerInnen:

Dr. Renate Vestner-Heise für die Flüchtlingshilfe Rosenplatz e.V.
Theo Paul, Generalvikar, für das Bistum Osnabrück
Andreas Neuhoff, für EXIL e.V.
Franz-Joseph Lotte für Pax Christi Regionalverband Osnabrück/Hamburg
Stefan Wilker für attac Osnabrück
Norbert Grehl-Schmitt für die Bundesgeschäftsstelle von Pro Asyl
Antonia Martin-Sanabria, Elisabeth-Siegel-Preisträgerin 2016
Pastor Dr. Matthias Jung, Referent für den KDA (Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt)
Lioba Meyer, ehemalige Bürgermeisterin der Friedensstadt Osnabrück
Guy Hofmann für „Pflege am Boden Osnabrück“
Dr. Carl-Heinrich Bösling, Geschäftsführer der VHS-Osnabrück
Proff. Dr. Reinhold Mokrosch, Dr. Elk Franke, Dr. Harald Kerber, Dr. Arnim Regenbogen, Koordinatoren des ‚Philosophischen Cafés Osnabrück
Ulrich Gubert für Amnesty International Gruppe Osnabrück
Ralph Griesinger für Griechenland Solidarität Osnabrück
Ludger Wortmann (Geschäftsführer des Internationalen Bund Osnabrück)
Michael Bünte, Geschäftsführer HelpAge Deutschland
Lutz Hethey, Geschäftsführer HelpAge Deutschland

Mittlerweile gibt es den Aufruf mehrsprachig als PDF zum Download: Offener Brief an den Oberbürgermeister

Das Beitragsbild ist übrigens von Vassilis Mathioudakis, danke für die Erlaubnis, es zu verwenden!

Griechenland Solidarität Osnabrück beim Aktionstag „Osnabrück ist bunt“

Griechenland Solidarität Osnabrück beim Aktionstag „Osnabrück ist bunt“

In Osnabrück hat sich im letzten Jahr eine Griechenland Solidaritätsgruppe gefunden, die sich am 19. März beim Aktionstag „Osnabrück ist bunt – Bündnis gegen Rassismus“ erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorstellt.

Vorausgegangen sind zwei Vorträge im Herbst 2015, einmal habe ich von meiner Thessaloniki-Reise berichtet, das andere Mal hat Nadja Rakowitz, Geschäftsführerin des Vereins demokratischer Ärztinnen und Ärzte über das zusammengebrochene Gesundheitssystem und die Solidarischen Kliniken referiert.

Nachdem es in den letzten Monaten medial ruhig um Griechenland geworden ist, beherrschen in diesen Tagen Bilder und Berichte aus Idomeni die Schlagzeilen. Daher haben wir uns in der Soli-Gruppe entschieden, am nächsten Samstag Spenden für das Projekt NAOMI zu sammeln. Dazu gibt es aktuell einen Bericht in der Zeitschrift Publik Forum: „SOS aus Idomeni“.

Dorothee Vakalis, evangelische Pfarrerin im Ruhestand, engagiert sich in diesem Projekt und hat heute diesen Aufruf geschickt:

Wir brauchen jetzt politische Lösungen in der Flüchtlingskatastrophe. Das krisengeschüttelte Griechenland ist mit diesen nun bald 50.000 Menschen total überfordert.
Die Krankenhäuser hier sind total überfüllt mit kranken und sterbenden Kindern. Ich brauche Ihnen das alles nicht zu beschreiben…..die Bevölkerung ist tief engagiert in der Versorgung und nun auch in der Aufnahme in Privathäusern….

Herr Blüm war in Idomeni, alle Medien sind in Idomeni, Simone Peters war da, es gibt in Deutschland ein Wissen um die Katastrophe in Idomeni und im ganzen Land.

Die Auffanglager genügen einfach nicht, weder für die Aufnahme noch für die Versorgung….. und es werden ja auch immer mehr Menschen kommen ….es ist ein Irrsinn zu glauben, dass das arme Griechenland diese Aufgabe stemmen kann.

Kinder vor allem werden sterben in diesen kalten Tagen draußen auf den Feldern und nun auch hier in der Stadt. Viele Menschen haben keine Tickets um in die Krankenhäuser zu fahren….die Krankenhäuser werden kollabieren….viele Freiwillige sind am Ende ihrer Kraft angesichts des Elends und der Not und der eigenen Ohnmacht.

Politische Lösungen: Es müssen sehr schnell Kontingente gefunden werden, Menschen aus Griechenland nach Europa zu bringen. Die Kirchen in Italien haben da einen Weg mit ihrer Regierung gefunden. Welche Initiativen gibt es in Deutschland, sich an einer solchen breiten Hilfsaktion zu beteiligen und die eigene Regierung zu bewegen?

Schutzbedürftige : Kinder und Kranke und Behinderte und Schwangere müssen nach Europa gebracht werden!
Bitte unterstützen Sie diesen Aufruf wo auch immer in Deutschland !

Auch der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm hat sich in diesen Tagen eindeutig zu Wort gemeldet: „EKD-Ratsvorsitzender kritisiert Schließung der Balkanroute“

Von daher lade ich, laden wir Euch und Sie ein, unseren Stand beim Aktionstag am 19. März in der Zeit zwischen 10 – 14 Uhr zu besuchen. Einen Spendenaufruf aus dem Jahr 2015 von Dorothee Vakalis mit der Angabe einer Kontonummer findet sich hier: „Für Nothilfe für syrische Flüchtlinge in Nordgriechenland“

P.S. Wer Lust hat, in der Gruppe mitzuarbeiten, ist herzlich willkommen! Einmal im Monat treffen wir uns in der Lagerhalle in Osnabrück. Die nächsten Termine: 12. April und 10. Mai, jeweils 19 Uhr.

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Interview mit mir über meinen Griechenlandbericht auf OSradio 104,8

Bei meinem ersten Vortrag über die Reise nach Thessaloniki im Stadtgalerie-Cafe in Osnabrück war ein Redakteur von OSradio 104,8 anwesend, der anschließend ein kurzes Interview mit mir führte. Dieses ist in diesem Beitrag eingearbeitet worden. Gut gelungen finde ich im Beitrag die Verbindung von der Krise in Griechenland zur (all)gegenwärtigen Flüchtlingskrise.
Vielen Dank an OSradio 104,8 zur Verfügungstellung der Aufnahme!